Veröffentlicht: 15.04.2018

Der neue Personalausweis, den es seit 2010 gibt, ist eines der fälschungssichersten Ausweisdokumente weltweit. Was viele nicht wissen, mit der Online-Ausweisfunktion kann jeder Bürger seine digitale Identität schützen – nach höchstem Standard.

Eigentlich kann man ihn kaum noch neu nennen – den neuen Personalausweis (nPA): Seit 2010 wird inzwischen der nPA in Deutschland ausgegeben. Im Jahr 2020 haben alle deutschen Bürger ihren alten, großformatigen Ausweis durch den neuen Personalausweis, im Kreditkartenformat, ersetzt. Aber was kann ich als Bürger eigentlich mit dem neuen Ausweis machen?

Abgesehen vom neuen Design und der neuen Haptik des nPA, ist die wichtigste Neuerung der integrierte Chip. Auf dem sind die Personendaten gespeichert, inklusive Lichtbild, biometrischer Daten und gegebenenfalls dem Fingerabdruck. Dies ist die elektronische Identität, oder auch eID. Mit dieser Funktion ist es möglich, sich online auszuweisen und sogar Dokumente elektronisch zu unterzeichnen.

Für eine sichere Identität in der digitalen Welt

Die auf dem Chip gespeicherten Daten dürfen ausschließlich von zertifizierten Dienstleistern ausgelesen werden. Alle AUTHADA-Lösungen sind deshalb vom Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. Wer sich mit seinem nPA über eine AUTHADA-Lösung identifiziert, tut dies nicht nur auf dem schnellst möglichen, er tut dies auch auf dem sichersten Weg! Der Prozess der Datenübermittlung erfolgt auf höchstem Sicherheitsniveau. Die Daten werden beim Auslesen mithilfe eines Smartphones oder Tablets über die NFC-Schnittstelle (near field communication-Schnittstelle) verschlüsselt übertragen. Das Auslesen ist nur dann verifiziert, wenn zwei Faktoren gegeben sind. Erstens: Besitz des Personalausweises. Zweitens: Wissen der persönlichen PIN. Diese Gegebenheit nennt sich Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wer sich so authentifiziert oder identifiziert hat den sichersten und schnellsten Weg gewählt. Dem Nutzer wird während des Vorgangs angezeigt, an wen die persönlichen Daten übermittelt werden. Dafür muss der Dienstleister über ein gültiges staatliches Zertifikat verfügen – zum Beispiel vom BSI.

Das Smartphone als Lesegerät für den Personalausweis

Lange Zeit war es nur möglich, die eID des nPA mithilfe eines Kartenlesegeräts auszulesen. Allerdings kann der Chip im Personalausweis per NFC ausgelesen werden – und zwar ausschließlich per NFC. Inzwischen haben fast alle Smartphones und Tablets eine solche Schnittstelle. Und damit eröffnen sich ganz neue und viel sicherere Identifizierungsmöglichkeiten in der digitalen Welt. Denn wer heute digital beweisen muss, dass er etwa volljährig ist oder sich gegenüber der neuen Bank seines Vertrauens bei Kontoeröffnung identifizieren möchte, kann dies in Zukunft in wenigen Sekunden erledigen.

Die Online-Ausweisfunktion aktivieren

Die Online-Ausweisfunktion mit dem neuen Personalausweis musste bis zum Sommer 2017 ausdrücklich vom Bürger aktiviert werden. Wer also 2010 den nPA erhalten hat, hatte auf dem Bürgeramt die Möglichkeit, die Funktion freischalten zu lassen. Wer das nicht getan hat oder seine PIN nicht mehr weiß, kann das jederzeit nachholen. Einfach zum Einwohnermeldeamt gehen und die Online-Ausweisfunktion aktivieren lassen. Dann erhält man den PIN-Brief, der einem nach der Ausstellung des Ausweisdokuments per Post zugeschickt wird. Darin befinden sich sowohl die fünfstellige Transport-PIN sowie die PUK. Die fünfstellige Transport-PIN ist eine vorübergehende Nummer, die der Ausweisinhaber noch zu einer persönlichen sechsstelligen PIN ändern muss. Das kann man schnell in der AUTHADA-App erledigen.

Seit kurzem regelt das Personalausweisgesetz (PAuswG), dass die Online-Ausweisfunktion beim Aushändigen des nPA bereits aktiviert ist. Wer also jetzt einen neuen Personalausweis erhält, muss nicht mehr daran denken, die Funktion ausdrücklich aktivieren zu lassen und kann gleich loslegen, sich online auszuweisen.